Was ist Meditation?

Aktualisiert: 18. Sept. 2021

Viele Menschen haben ein bestimmtes Bild im Kopf, wenn sie an Meditation denken. Sie denken, dass man möglichst lange stillsitzen und an nichts denken soll. Meiner Erfahrung nach meditieren viele genau aus diesem Grund nicht, weil es eine Herausforderung ist, sich fünf oder zehn Minuten - manchmal auch länger - hinzusetzen und an nichts zu denken oder eben nichts zu tun. Zunächst einmal möchte ich mit diesen Vorurteilen aufräumen und dir sagen, dass es bei der Meditation nicht darum geht, still zu sitzen und so lange wie möglich an nichts zu denken. Denn wir können nicht - nicht denken. Es ist einfach unmöglich, denn unsere Gedanken bilden sich ganz von selbst. Die Frage, die sich stellt, lautet "Bleibst du bei den auftauchenden Gedanken hängen und lässt sie in deinem Geist verweilen?" Oder lässt du sie weiterziehen wie Wolken am Himmel, die einfach an dir vorbeigleiten. Im Prinzip hast du damit schon eine wichtige Antwort auf die Frage "Was ist Meditation?" erhalten. In der Meditation lernen wir das Vorbeiziehen und Nicht-Anhaften unserer Gedanken. Diese Erkenntnis hilft uns im Alltag, uns nicht an Problemen und Gedanken zu klammern, sondern sie, wie in der Meditation, aus der Ferne zu betrachten und sie einfach an uns vorbeiziehen zu lassen.



women meditating

In den folgenden Zeilen möchte ich dir ein besseres Verständnis dafür geben, um was es in der Meditation geht. Meditieren ist eine wunderbare Fähigkeit, die wir uns aneignen können, denn sie funktioniert wie ein Muskel. Je mehr wir üben, desto größer und stärker wird dieser Muskel, und je mehr wir üben, desto besser werden wir darin. Wenn du mich nun fragst, was Meditation bedeutet, werde ich darauf zusammenfassend folgendes antworten:


Meditation ist die Fähigkeit, welche uns lehrt, im Alltag bewusster zu leben. Sie befähigt uns, uns von Anhaftungen zu lösen und eröffnet uns den Raum, leichter und gelassener durchs Leben zu gehen. Meditation lehrt uns, mental ausgeglichen zu sein und sie trägt sie dazu bei, dem Körper mehr Energie zu geben. Mit dieser Energie werden unsere Selbstheilungskräfte aktiviert.


Meditieren ist wie eine wunderschöne Lebensreise! Sie endet nie und ist voller Überraschungen. Es gibt viele verschiedene Meditationsarten, daher möchte ich dir ans Herz legen, auszuprobieren, welche für dich die richtige ist. Es gibt angeleitete und stille Meditationen, oder welche, die von Musik begleitet werden. Suche für dich die Meditationsform heraus, die zu dir passt. Dabei braucht es manchmal etwas Zeit und Geduld. Bitte gib sie dir, denn jede Meditationsform braucht Zeit, um sie zu verinnerlichen. Achte darauf, dass gewisse Meditationen an einem Tag gut passen, aber zu einem anderen Zeitpunkt wieder nicht. Auch ich habe diese Erkenntnis gemacht, daher kann ich aus eigener Erfahrung sagen, passe die Meditationsformen immer wieder an. Experimentiere herum und probiere aus, es macht wirklich unheimlich Spaß! Ich meditiere seit über fünfzehn Jahren und ich habe daraus ein Experiment gemacht. Ich suche mir immer wieder neue Meditationsarten heraus und schaue, wie es mir damit geht. Ich unterrichte Meditation seit einigen Jahren gezielt in meinen Workshops, denn ich bin davon überzeugt, dass sie einen wichtigen Teil zur Persönlichkeitsentwicklung beiträgt. Ich möchte meinen Teilnehmern damit die Möglichkeit geben, mit meiner Hilfe die richtige Meditationsart für sie zu finden und ich ermutige sie dabei immer wieder aufs Neue, herumzuexperimentieren. Denn im Grunde geht es bei allen Meditationen darum, ein Bewusstsein für sich und seinen Körper zu erschaffen. Mit der für dich richtigen Meditationsart lernst du deinen inneren Beobachter zu aktivieren. Wir alle haben ihn in uns und er ist superwichtig, denn er ist ein neutraler Freund an deiner Seite, der urteilsfrei ist und dir hilft, dich selbst zu erkennen und zu leben.




Aufgrund hoher Belastungen in meinem Privatleben erlitt ich im Jahr 2014 ein Burnout. Mein steiniger Weg führte von Therapie zu Therapie und ich lernte, dass mir die Gesprächstherapien nicht wirklich weiterhelfen konnten. Bei der klassischen Psychotherapie wird einerseits die Ursache in der Vergangenheit gesucht und andererseits versucht man mit dieser Methode, den Stress des Patienten zu minimieren. Was durchaus Sinn macht, doch um ein Burnout nachhaltig heilen zu können, braucht es meiner Meinung und Erfahrung nach mehr als das. Zu dem damaligen Zeitpunkt wusste ich all diese Dinge noch nicht, demnach verfolgte ich, wie viele andere auch, den herkömmlichen, therapeutischen Weg. Ich verbrachte Stunden, Wochen und sogar Monate damit, gedanklich in meine Vergangenheit zu reisen, um die Ursache für meinen Erschöpfungszustand zu finden. Damit reaktivierte ich immer und immer wieder meine (Leidens) Geschichte. Mein Körper unterschied nicht zwischen realer und erzählter Geschichte, weil er dieselben Stresshormone aktivierte. Dies erhöhte mein Stresslevel massiv und führte einfach zu keiner Heilung. Ich möchte damit nicht sagen, dass eine Retroperspektive in die Vergangenheit keinen Sinn macht. Im Gegenteil. Bei manchen Prozessen kann es sogar sehr hilfreich sein. Doch ich bin der festen Überzeugung, dass damit irgendwann aufgehört werden muss, denn die Vergangenheit kann niemand von uns ändern. Sie ist bereits geschehen und wird nie mehr zurückkommen, deshalb sollte sie nur so weit angeschaut werden, wie sie uns in diesem Augenblick von Nutzen ist. Lerne zu unterscheiden zwischen Geschehnissen aus der Vergangenheit, die dir helfen sowie denen, die dir nicht helfen und die du loslassen solltest. Nur so kann Heilung stattfinden. Meditation stellte für mich einen Ausweg aus dem Burnout dar. Ich lernte in der Meditation nachhaltig Energien wieder aufzubauen und meine Gedanken in eine positive Richtung zu lenken. Daher ist für mich Meditation zu einem festen Bestandteil meines Alltages geworden. Ich meditiere täglich morgens, wenn ich aufstehe. Damit kreiere ich täglich einen neuen Tag mit neuen Ergebnissen, die zu neuen Handlungen führen. Ich fühle mich dadurch frei, gelassen, ruhig und glücklich. Auch aktiviere ich dadurch jeden Tag meine Liebe zu mir selbst und spüre unendlich viel Dankbarkeit.


Auch wenn du zurzeit nicht unter einem Burnout leidest, ist der Zustand von Überlastung oder Stress vielleicht auch bei dir vorhanden. Jeder von uns hat in irgendeiner Form Stress zu bewältigen, es ist schon fast ein fester Bestandteil unserer Zivilisation geworden. Jegliche Form von Stress ist für den Körper und die Psyche ungesund. Daher möchte ich dich ermutigen, die Meditation in dein Leben zu integrieren. Sie führt zu echter Ruhe, Gelassenheit und einem gesunden Lifestyle.


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